KfW fördert energieeffiziente Sanierung mit Darlehenszinsen von 1,00% in allen Laufzeiten
• Weiteres Plus: bis zu 12,5% Tilgungszuschuss zum Kredit
• Tempo bei energetischer Sanierung in Deutschland muss erhöht werden
• Anreize zum Energiesparen
Die KfW Bankengruppe vergibt Förderkredite für energieeffiziente Sanierungen derzeit zum effektiven Jahreszinssatz von 1,00% in allen Laufzeiten. Dazu kommt bei besonders energiesparenden Umbauten ein Tilgungszuschuss von 2,5% bis 12,5%. Bei einem Kredit von 75.000 Euro für eine Umrüstung zum KfW-Effizienzhaus 55* müssen beispielsweise 9.375 EUR weniger zurückgezahlt werden.
„Mit Beginn der kalten Jahreszeit denken Bauherren verstärkt daran, ihr Haus oder ihre Wohnung energetisch zu modernisieren und so dauerhaft Heizkosten zu sparen. Die attraktive Förderung soll einen Anstoß geben, das auch umzusetzen. Energiesparende Gebäude sind ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende. In Deutschland werden 35% der Energie für Heizen und warmes Wasser verbraucht“ sagt Dr. Axel Nawrath, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.
Private Bauherren und Wohnungseigentümergemeinschaften, die für die energetische Modernisierung der Eigentumswohnung oder des Ein- und Zweifamilienhauses keinen Kredit aufnehmen möchten, können alternativ einen Investitionszuschuss von bis zu 17,5% (max. 13.125 Euro pro abgeschlossene Wohnung) bei der KfW beantragen.
Auch den energieeffizienten Neubau fördert die KfW mit sehr günstigen Krediten und Tilgungszuschüssen. Im Programm Energieeffizient Bauen liegen die effektiven Jahreszinsen derzeit zwischen 1,51% und 2,02%. Fast jede zweite neu hergestellte Wohnung in Deutschland wird mittlerweile mit „Energieeffizient Bauen“ gefördert. Das bedeutet, dass das energetische Niveau von Neubauten oftmals besser ist, als gesetzlich gefordert. Dadurch werden der CO2-Austoß und der Energieverbrauch deutlich reduziert.
Weitere Informationen zu den mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aufgelegten Förderprogrammen für energetisches Bauen und Sanieren sind auf der Internetseite www.kfw.de/energieeffizienz oder über das KfW-Infocenter unter 0800 / 539 9002 erhältlich.
*Erklärung KfW-Effizienzhaus
Der Begriff Effizienzhaus ist ein Qualitätszeichen, das von der KfW, dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) entwickelt wurde. Die Zahl nach dem Begriff „KfW-Effizienzhaus“ gibt an, wie hoch der Jahres¬primär¬energiebedarf (Qp) in Relation (%) zu einem vergleichbaren Neubau nach den Vorgaben der Energieeinspar¬verordnung (EnEV) sein darf. Beispiel: Das KfW-Effizienzhaus 70 hat höchstens 70 % des Jahresprimärenergiebedarfs des entsprechenden Referenzgebäudes. Je kleiner die Zahl, desto niedriger und besser das Energieniveau.
Quelle: www.kfw.de
07. November 2011

KfW-Förderangebot
Auf einen Blick
Änderungen in den wohnwirtschaftlichen Programmen zum 01.01.2012
Energieeffizient Bauen und Sanieren (153, 151/152 und 430)
Förderung bis zum Jahr 2014 gesichert
Je 1,5 Mrd. Euro stellt die Bundesregierung für den Neubau und die energetische Sanierung des Gebäudebestands für die Jahre 2012, 2013 und 2014 bereit. Damit haben Sie die notwendige Planungssicherheit.
Bundesweite Expertenliste für Sachverständige im Aufbau
Um die Qualität bei Energieberatungen und hochenergieeffizienten Sanierungen sowie Neubauten zu verbessern, wird es zukünftig eine bundesweit einheitliche Expertenliste geben. Aufbau und Betreuung übernimmt die Deutsche Energie-Agentur (dena).
Die Veröffentlichung der Expertenliste ist für den 15.12.2011 auf der Webseite www.energie-effizienz-experten.de geplant.
Ab dem 01.01.2012 werden für die Planung und Baubegleitung der KfW-Effizienzhäuser 40 und 55 in den Programmen Energieeffizient Bauen und Energieeffizient Sanieren die Experten aus dieser Liste empfohlen.
Weitere für 2012 geplante Verbesserungen
Förderung von Baudenkmalen und erhaltenswerter Bausubstanz
Voraussichtlich zum 01.04.2012 wird die Förderung vereinfacht. Wir werden einen neuen Effizienzhausstandard "KfW-Effizienzhaus Denkmal" sowohl für Wohngebäude als auch für Gebäude der kommunalen und sozialen Infrastruktur einführen.
Optimierung der Wärmeverteilung
Voraussichtlich zum 01.04.2012 wird die Optimierung der Wärmeverteilung bei bestehenden Heizungsanlagen als Einzelmaßnahme gefördert.
KfW- Wohneigentumsprogramm (124, 134)
Der Finanzierungsanteil wird von 30 % auf 100 % erhöht, der Förderhöchstbetrag von 75.000 Euro auf 50.000 Euro angepasst. Für alle Finanzierungen bis zu 166.000 Euro bringt dies mehr Geld.
Anträge, die ab dem 01.01.2012 bei der KfW eingehen, werden zu den neuen Programmbedingungen zugesagt.
Altersgerecht Umbauen (155, 455)
Fortführung in 2012 noch nicht gesichert
Das vom BMVBS mit Haushaltsmitteln in 2009 aufgelegte Programm Altersgerecht Umbauen ist bis Ende 2011 befristet.
Im aktuellen Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2012 sind keine Mittel vorgesehen. Ob im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens zur Aufstellung des Haushaltsplans 2012 auch künftig Haushaltsmittel bereitgestellt werden, wird voraussichtlich erst in den nächsten Wochen entschieden. Über die weitere Entwicklung werden wir informieren.
Falls Sie eine Förderung aus diesem Programm beantragen möchten, bitten wir Sie aufgrund der aktuellen Situation, Ihren vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Originalantrag bis spätestens zum 16.12.2011 über eine Bank Ihrer Wahl bei der KfW zu stellen. Bitte berücksichtigen Sie die erforderliche Bearbeitungszeit bei Ihrer Hausbank.
Wohnraum Modernisieren (141)
Programm wird geschlossen
Das Programm wird zum Jahresende 2011 geschlossen.
Energieeffzienzmaßnahmen in Wohngebäuden werden ab dem 01.01.2012 ausschließlich im Programm Energieeffizient Sanieren gefördert.
Allgemeine Instandsetzungsmaßnahmen und Modernisierungen sollen nicht mehr besonders gefördert werden.
Der vollständig ausgefüllte und unterschriebene Originalantrag muss bis zum 16.12.2011 bei der KfW eingegangen sein.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Quelle: www.kfw.de

Keller: Außen- oder Innendämmung?
Viele Bauherren, aber auch Baufirmen glauben, im Untergeschoss auf eine Wärmedämmung verzichten zu können. Sie übersehen, dass kalte Kellerwände gerne feucht sind und schimmeln. Ungedämmte Keller passen nicht mehr in unsere, von der Energieeinsparung geprägte Zeit. Wärmegedämmte Keller dagegen sind trocken, denn Wärmeschutz ist gleichzeitig Tauwasserschutz. Auf warmen Oberflächen kann sich der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf nicht niederschlagen. Bei beheizbaren Kellern fordert die Energieeinsparverordnung immer eine gute Wärmedämmung.
Jeder Keller braucht einen Wärmeschutz. Bei Neubauten ist dieser relativ einfach zu verwirklichen: Entweder bestehen die Kellerwände aus hoch Wärme dämmenden Mauersteinen wie Leichtziegel oder Leichtbetonsteine. Bei schweren Wänden aus Kalksandstein oder Beton halten von außen angebrachte Dämmplatten die Keller warm. Dient der Keller nur zur Lagerung, sollte die Dämmschicht mindestens 6 cm, bei beheizbaren Kellern mindestens 8 cm dick sein.
Das gleiche gilt für die Kellersohle. Am besten wirkt eine Dämmschicht unter der Kellersohle. Allerdings erfordert das etwas teurere Dämmplatten, die die Lasten des Hauses abtragen können. Kostengünstiger ist eine Dämmschicht zwischen Bodenplatte und schwimmenden Estrich. Bei dieser Lösung bilden die Ränder zwar Wärmebrücken. Deren negative Wirkung sollte man aber nicht überbewerten.
Kellerräume können auch von innen gedämmt sein. Bei der Wärmedämmung einzelner Räume ist dieses eine preiswerte Alternative, bei der Sanierung alter Keller häufig die einzig mögliche Lösung. Ihr Nachteil ist, dass Wärmebrücken vorprogrammiert sind. Dämmstoffdicken bis 4 cm sind in der Regel unproblematisch. Bei dicken Innendämmungen oder hoher Luftfeuchtigkeit sollte unbedingt raumseitig eine Dampfbremse angebracht sein. Sie verhindert eine Tauwasseranreicherung zwischen Wand und Dämmstoff.
Die kostenlosen Planungshilfen zum Kellerneubau oder zur Modernisierung des Informationszentrums PRO KELLER e.V.beschreiben laienverständlich, wie Keller warm, trocken und hell werden. (Bestellung unter Tel. 0385 20794014 oder info(at)porkeller.de)
Quelle: www.prokeller.de
02.08.2011

Vom Abstellraum zur Erholungsoase: Ein Keller für die Seele
Ein klug geplanter Keller kann mehr für die Lebensqualität leisten als nur guten Wein zu lagern. Wird es in den oberen Etagen zu eng können Familien hier ihre Freizeitträume leben. Im Basisgeschoss finden sie preiswerte Flächen für Sauna, Fitness, Heimwerken oder die Modelleisenbahn: Die kostenlose Planungshilfe der Initiative Pro Keller zeigt, wie ein Keller zur Freizeitoase werden kann.
Bei richtiger Planung und Ausführung sind Keller hell, warm und trocken. "Die derzeit am Markt erhältlichen Abdichtungssysteme garantieren bei fachgerechter Verarbeitung, dass Keller auf Dauer dicht sind" erläutert Reiner Pohl, Geschäftsführer von Pro Keller e.V..
Für gemauerte Keller empfiehlt er kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen oder kaltselbstklebende Bitumenbahnen einzusetzen. Bitumendickbeschichtungen werden 3 bis 4 mm dick auf die Wände aufgespachtelt und bilden nach dem Aushärten eine geschlossene Haut. Kaltselbstklebende Bitumenbahnen werden von der Rolle direkt auf den Untergrund geklebt. Eine Kunststoffnoppenbahn als Schutz gegen Beschädigungen und bei entsprechenden Bodenverhältnissen eine Dränage vervollständigen die Abdichtung.
Eine Alternative, vor allem bei hohem Grundwasserstand, ist ein Keller aus WU- Beton, eine sogenannte "weiße Wanne". Durch besondere Betonmischungen und Verarbeitung wird der Beton Wasser undurchlässig (WU) gemacht. Wasserdichte Kunststoff- oder Betonlichtschächte verhindern bei hohem Grundwasserstand, dass Wasser über die Fenster in den Keller eindringt. Ihre Abflüsse sind mit Ventilen ausgestattet, die bei zu hohem Grundwasserabstand selbstständig schließen. Lichtschachtabdeckungen aus Sicherheitsglas halten Regenwasser und Schmutz fern.
Hauseinführungssysteme für Gas-, Wasser-, Elektroinstallation und Telekommunikation führen Hausanschlussleitungen sicher durch die Kellerwand. Automatische Rückstausicherungen, die den Keller zum Abwasserkanal abschotten, verhindern, dass bei Hochwasser oder starken Regenfällen das Kanalwasser in den Keller steigt.
Auf feuchten Flächen siedelt sich schnell Schimmel an. Die Folge ist die typische muffige Luft in alten Kellern. Damit der in der Luft enthaltene Wasserdampf sich nicht wie auf einem kalten Spiegel niederschlägt, sollten Kellerwände und Boden deshalb immer wärmegedämmt sein. Ein Mindestwärmeschutz ist auf jeden Fall einzuhalten. Am sinnvollsten ist, den Keller in den wärmegedämmten Bereich einzubeziehen. Wie dick die Wärmedämmung beim beheizbaren Keller sein muss, ist im Wärmeschutznachweis nach Energieeinsparverordnung zu ermitteln. Empfohlen werden mindestens 8 cm Dämmstoff oder ein entsprechend wärmedämmendes Mauerwerk.
Um sich wohl zu fühlen, sollte auch die Belichtung stimmen. Große Kellerfenster hinter Lichtschächten, Böschungen oder Hochkeller lassen viel Tageslicht in den Keller und sorgen für eine angenehme Atmosphäre.
Die kostenlosen Broschüren mit Anregungen für die Planung und Nutzung von Untergeschossen können beim Infozentrum PRO KELLER e.V. , Lucie-Höflich-Str. 17, D-19055 Schwerin, Tel.: 0385 / 2079 4014, Fax: 0385 / 2088 8958 oder info(at)prokeller.de angefordert werden.
Quelle: www.prokeller.de
02.08.2011

Beratungsangebot des Vereins Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN)
Der Verein Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) bietet seinen Mitgliedern eine kostenlose Beratung zu einer Vielzahl von Fragen rund um das Thema Haus und Grundstück.
Sie haben bautechnische Fragen zu Ihrer bestehenden Immobilie, Sie planen eine Sanierung, Sie haben Probleme mit Feuchte- und Schimmelpilzschäden oder Sie benötigen den Rat eines Anwalts auf dem Gebiet des Baurechts oder des Grundstücksrechts. Experten helfen Ihnen beim Bewältigen technischer, rechtlicher und organisatorischer Probleme.
Sie sind (noch) kein Mitglied im VDGN? Auch als Nichtmitglied können Sie Kontakt zum VDGN aufnehmen. Wenden Sie sich zu einem ersten Gespräch an das Berliner Beratungszentrum
Beratungszentrum Berlin-Brandenburg
Annenallee 7 - 9
12555 Berlin
Tel.: 030 / 65 66 117 -0
Fax: 030 / 65 66 117 - 29
Internet: www.vdgn.de
E-Mail: info@vdgn.de
Beratungsstellen des VDGN gibt es bundesweit.
….doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!
Nach telefonischer Voranmeldung unter der Telefonnummer 030 / 656 611 720
finden in Hohen Neuendorf Rechtsberatungen und Bauberatungen statt.
Klub der Solidarität
Berliner Str. 35
16540 Hohen Neuendorf
Tel.: 030 / 656 611 720
Sprechzeiten:
jeden 1. und 3. Montag im Monat
16.00 - 19.00 Uhr
Ansprechpartner: Dr. Hans-Ulrich Stolpe
Also anmelden und das Beratungsangebot nutzen!
26.07.2011

Alarm an der Zimmerdecke
Wer kennt das nicht? Dunkle Flecken auf der Tapete, auf Duschvorhängen oder den elastischen Fugenmaterialien in der Dusche oder "verschimmelte" Lebensmittel. Meist stellt Schimmelpilzbefall jedoch nur ein hygienisches Problem dar. Richtiges Heizen und Lüften beugt vor. Von Aribert Peters (14. Dezember 2010)
Schimmel ist häufiger, als man denkt: Eine groß angelegte Untersuchung aus dem Jahr 2003 kam zu dem Ergebnis, dass 22 Prozent aller Wohnungen sichtbare Feuchteschäden haben. Neun Prozent davon waren Schimmelpilzschäden. Feuchteschäden traten gehäuft in Zusammenhang mit bestimmten Verhaltensweisen auf, zum Beispiel, wenn Kochen oder Baden die Luftfeuchtigkeit erhöhen, ohne dass angemessen gelüftet wird. Weitere Ursachen für Feuchteschäden sind sozio-ökonomische Merkmale, etwa viele Personen in wenigen oder zu kleinen Räumen sowie bestimmte bauliche Voraussetzungen, etwa undichte Fenster, keine Wärmedämmung sowie Außenwandecken oder -kanten.
Kalte feuchte Luft lässt Pilze gedeihen
Die Schimmelpilzkonzentration in der Außenluft schwankt jahreszeitlich sehr stark: Im Sommer finden sich rund 4.000 koloniebildende Einheiten je Kubikmeter Luft, im Winter sind es draußen gerade mal 50 Kolonien pro Kubikmeter. Doch Schimmel findet sich auch im Haus: So genannte Hausschimmelpilze ernähren sich von Hausstaub, Tapeten, Putzmörtel und Ähnlichem. Sie brauchen genügend Feuchtigkeit und Wärme zur Entwicklung. Die meisten davon sind für uns harmlos.
Machen Schimmelpilze krank?
Die meisten Menschen sind fest davon überzeugt, dass Schimmelpilze krank machen. Und tatsächlich können Schimmelpilze Atemwegsbeschwerden auslösen: Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können laut Umweltbundesamt allergische und reizende Reaktionen beim Menschen auslösen. Schimmelpilze werden daher als Allergene eingestuft. Damit stehen sie auf einer Stufe mit bekannten Allergenen wie Blütenpollen, Mehl, Holzstaub, Milbenkot, aber auch Erdbeeren, Nüssen oder Fisch. Welche Allergene bei einem Menschen tatsächlich Allergien auslösen, hängt vom Immunsystem des Betroffenen ab. Zu den Beschwerden können dann zum Beispiel Asthma, Husten, Schnupfen und tränende Augen gehören. Betroffene Personen sollten den Kontakt mit dem Auslöser strikt meiden dann verschwinden die Beschwerden. Dagegen sind krankmachende Infektionen durch Schimmelpilze sehr selten.
Wenn die Möbel zu dicht an der Wand stehen, kühlt eine dahinter befindliche Außenwand ab. Kondenswasser und Schimmel können die Folge sein
Vorsorglich sollte man Schimmelpilzbefall in Innenräumen in jedem Fall sanieren, um die zusätzliche Belastung zu reduzieren. Panikmache ist jedoch fehl am Platz, denn laut Umweltbundesamt kann man nicht aus gemessenen Schimmelpilz-Konzentrationen unmittelbar auf gesundheitliche Wirkungen schließen.
Ursachen für Schimmelbefall
Schimmelpilzsporen sind praktisch überall vorhanden. Schimmelpilze können aber nur dort wachsen, wo es dauerhaft feuchte Oberflächen gibt. Deshalb muss man der Feuchtigkeit in der Wohnung auf den Grund gehen. In einem Vier-Personen-Haushalt werden täglich zehn Liter Wasser als unsichtbarer Dampf an die Raumluft abgegeben: 4,5 Liter durch Atmen und Schwitzen, 2,5 Liter durch Kochen, ein Liter durch Duschen und 1,5 Liter durch Pflanzen. Dieser Wasserdampf kann nicht durch die Wände entweichen: Denn Wände sind stets undurchlässig für Wasserdampf - er kann nur durch Lüften aus der Wohnung ins Freie abziehen. Das geschieht bei alten Gebäuden meist automatisch durch Ritzen an Türen und Fenstern. Sanierte Gebäude sollten auf jeden Fall über eine Lüftungsanlage verfügen. Ansonsten müssen die Bewohner mehrmals täglich die Fenster kurz öffnen. Die Luft sollte in jedem bewohnten Raum alle zwei Stunden vollständig ausgetauscht werden.
Hilfe für Mitglieder
Der Bund der Energieverbraucher bietet seinen Mitgliedern Hilfe an: Der Verein verleiht eine Anti-Schimmel-Box. Sie enthält einen Feuchtigkeitsmesser für Luft und für die Wand, ein Infrarot-Thermometer, eine Anleitung und ein Messprotokoll. Die Aktion wird unterstützt von der Firma TFA Dostmann. Schreiben oder mailen Sie bei Interesse an die Bundesgeschäftsstelle des Vereins.
Eine kalte Bierflasche beschlägt sofort bei Zimmertemperatur. Genauso schlägt sich Wasserdampf als Feuchtigkeit an Wänden nieder. So kommt es zu feuchten Wänden. Ein Rechenbeispiel soll dies verdeutlichen: Bei 20 Grad Raumtemperatur und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit beträgt die so genannte Taupunkt-Temperatur 14,4 Grad. Ist es draußen minus zehn Grad kalt, dann ist
- eine ungedämmte Wand innen 14,5 Grad warm,
- eine gut gedämmte Wand (zwölf Zentimeter Dämmung) 19 Grad warm,
- eine Fensterscheibe mit Doppelverglasung 15 Grad und
- eine Fensterscheibe mit Dreifach-Verglasung 18 Grad warm.
Verbesserte Dämmung führt also zu höheren Temperaturen an den Außenwänden und Fenstern. Die Raumfeuchte schlägt sich deshalb nicht an Wänden und Fenstern nieder. Wer jedoch nicht oder nur unzureichend lüftet, muss trotz exzellenter Dämmung mit feuchten Stellen rechnen, denn wenn die Luftfeuchtigkeit ansteigt, werden selbst gut gedämmte Wände und Scheiben feucht. Dabei gilt es jedoch, die relative Luftfeuchtigkeit zu beachten: Wärmere Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte Luft. Bei gleicher Wassermenge ist die relative Luftfeuchtigkeit bei 18 Grad höher als bei 22 Grad. Das erklärt auch, warum ein gut geheiztes Wohnzimmer kaum ein Schimmelproblem aufweisen wird, während sich die Luftfeuchtigkeit in nicht geheizten Schlafzimmern schneller an Fenstern und Außenwänden niederschlägt.
Wer sparsam heizt, muss gut lüften
Wer also beim Heizen spart, muss öfters lüften, um Feuchte- und Schimmelprobleme zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es bestimmte "Risikofaktoren" für Schimmelpilzbefall. Dazu zählen häufiges Baden oder Duschen sowie Wäschetrocknen in der Wohnung. Viele Personen auf engem Raum begünstigen ebenso das Schimmelpilzwachstum. Wer zum Fensteröffnen zunächst das Fensterbrett von Pflanzen freiräumen muss, hat ebenfalls ein höheres Risiko für Schimmelpilzbefall. Eine Untersuchung zeigte, dass die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur großen Einfluss auf das Wachstum von Schimmelpilzen haben: In befallenen Räumen lag die Luftfeuchtigkeit durchschnittlich bei 51 Prozent und die Wandtemperatur der befallenen Wände bei 15 Grad, während die Luftfeuchtigkeit in Vergleichswohnungen durchschnittlich 47 Prozent betrug und die Wände 17 Grad warm waren. In den mit Schimmelpilz befallenen Zimmern lag die Anzahl der Sporen um 1.800 über den von gesunden Vergleichswohnungen.
Eine Frage der Dämmung
Feuchte Stellen im Putz oder Mauerwerk treten häufig dort auf, wo falsch gedämmt wurde, etwa bei undichten Dampfsperrfolien. Schränke, die zu nah an den Außenwänden stehen, sind ebenfalls ein Risikofaktor, denn dann kann die Luft dahinter nicht ausreichend zirkulieren. Die entsprechende Wand kühlt stärker ab, Feuchtigkeit schlägt sich nieder und bietet Schimmelpilzen einen idealen Nährboden. Experten empfehlen daher, Schränke im Abstand von mindestens fünf Zentimetern zur Außenwand aufzustellen. Besonders kritisch sind die Ecken von Räumen, die zwei oder gar drei Außenwände haben. Doch auch andere Eigenheiten des Gebäudes können zu kalten Stellen an der Außenwand führen: die sogenannten Wärmebrücken. Das sind zum Beispiel ungedämmte Träger eines Außenbalkons oder Schäden im Außenputz.
Hinweis: Artikel gekürzt. Ungekürzte Fassung siehe: http://www.energieverbraucher.de/de/Zuhause/Renovieren/Schimmel
(Quelle: www.energieverbraucher.de).
07.07.2011
